Passkeys: Was sie sind, wie man sie erstellt und warum sie die Zukunft der passwortlosen Authentifizierung sind
Passwörter gehören seit Jahrzehnten zum digitalen Alltag und sind gleichzeitig eine der größten Schwachstellen moderner IT-Sicherheitsarchitekturen. Wiederverwendung, Phishing, Leaks und mangelhafte Passwort-Hygiene machen klassische Logins anfällig. Genau an diesem Punkt setzen Passkeys an. Sie versprechen höhere Sicherheit, weniger Reibung für Nutzer und einen realistischen Weg in eine passwortlose Zukunft.
In diesem Guide erklären wir, was ein Passkey ist, wie Passkeys funktionieren, wie man einen Passkey erstellen kann und warum Passwortmanager wie 1Password eine entscheidende Rolle spielen, um Passkeys sicher über Geräte und Plattformen hinweg zu nutzen.
Was ist ein Passkey und warum ist er notwendig?
Ein Passkey ist eine moderne, kryptografisch basierte Methode zur Anmeldung bei Websites und Apps. Er ersetzt das klassische Passwort vollständig. Statt ein Secret (Geheimnis) einzugeben, authentifizieren wir uns mit einem kryptografischen Schlüsselpaar, das eindeutig an unser Konto und unser Gerät gebunden ist.
Die Notwendigkeit von Passkeys ergibt sich aus den strukturellen Schwächen von Passwörtern. Selbst komplexe Passwörter können abgefangen, weitergegeben oder durch Phishing erbeutet werden. Multi-Faktor-Authentifizierung verbessert die Lage, bleibt aber oft abhängig vom Passwort als erstem Faktor.
Passkeys lösen dieses Problem an der Wurzel. Es gibt kein Passwort mehr, das wir kennen, merken oder eingeben müssen. Dadurch entfällt ein Großteil der Angriffsfläche, die heutige Identitätsdiebstähle ermöglicht.
Wie Passkeys funktionieren und wie sie sich von Passwörtern unterscheiden
Um zu verstehen, warum Passkeys so sicher sind, lohnt sich ein Blick auf ihre Funktionsweise. Technisch basieren Passkeys auf asymmetrischer Kryptografie.
Beim Erstellen eines Passkeys wird ein Schlüsselpaar erzeugt:
Ein privater Schlüssel verbleibt sicher auf dem Gerät oder im Passwortmanager.
Ein öffentlicher Schlüssel wird beim jeweiligen Dienst hinterlegt.
Bei der Anmeldung beweist das Gerät mithilfe des privaten Schlüssels kryptografisch, dass es berechtigt ist. Der private Schlüssel verlässt das Gerät dabei nie. Es wird kein Secret übertragen, das abgefangen werden könnte.
Der Unterschied zu Passwörtern ist grundlegend:
Passwörter sind geteilte Secrets.
Passkeys sind kryptografische Nachweise.
Passwörter können erraten oder gestohlen werden.
Passkeys sind an Ursprung und Kontext gebunden.
Auch im Vergleich zu klassischer MFA bieten Passkeys Vorteile. Während MFA oft zusätzliche Schritte erfordert, sind Passkeys nahtlos in den Login integriert. Die Bestätigung erfolgt meist über biometrische Merkmale oder eine Gerätesperre.
Passkey erstellen: So funktioniert es in der Praxis
Einen Passkey zu erstellen ist einfacher, als viele erwarten. In der Regel geschieht dies direkt im Konto eines unterstützten Dienstes.
Typischer Ablauf:
Anmeldung mit der bestehenden Methode
Auswahl der Option „Passkey erstellen“
Bestätigung über Biometrie oder Gerätesperre
Sicheres Speichern des Passkeys im System oder Passwortmanager
Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Anmeldung ohne Passwort.
Passkeys im Vergleich zu Passwörtern und Multi-Faktor-Authentifizierung
Der Umstieg auf Passkeys wird häufig als Weiterentwicklung bestehender Login-Verfahren verstanden. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen grundlegenden Modellwechsel. Um das einzuordnen, lohnt sich ein Blick darauf, warum Passwörter selbst mit Multi-Faktor-Authentifizierung langfristig nicht ausreichen – und was Passkeys anders machen.
Warum Passwörter auch mit MFA strukturell angreifbar bleiben
Passwörter sind geteilte Secrets. Dieses Prinzip bleibt auch dann bestehen, wenn sie durch Multi-Faktor-Authentifizierung ergänzt werden. Das Passwort muss weiterhin eingegeben, übertragen und vom Zielsystem verarbeitet werden. Genau an diesem Punkt setzen viele moderne Angriffe an.
Phishing-Kampagnen zielen heute nicht mehr nur auf das Passwort selbst, sondern zunehmend auf den gesamten Login-Prozess. Nutzer werden in Echtzeit dazu gebracht, sowohl Passwort als auch Einmalcodes oder Push-Bestätigungen preiszugeben. In der Praxis zeigt sich: MFA erhöht die Sicherheit deutlich, beseitigt das Grundproblem jedoch nicht.
Solange ein Passwort existiert, bleibt ein angreifbarer Einstiegspunkt bestehen. MFA ist daher eine wichtige Schutzmaßnahme, aber konzeptionell ein Zusatz, kein Ersatz für das Passwortmodell.
Passkeys als integriertes Authentifizierungsmodell
Passkeys verfolgen einen anderen Ansatz. Sie ersetzen das Passwort vollständig und kombinieren Identitätsnachweis und Besitzfaktor in einem einzigen kryptografischen Prozess. Statt ein Secret einzugeben, weist das Gerät kryptografisch nach, dass es berechtigt ist.
Der private Schlüssel verbleibt dabei sicher auf dem Gerät oder im Passwortmanager und verlässt diesen niemals. Es wird kein Secret übertragen, das abgefangen oder weitergegeben werden könnte. Die Authentifizierung ist von Beginn an stärker abgesichert und technisch nicht phishingfähig.
Entscheidend ist die Einordnung: Passkeys sind kein weiterer Faktor innerhalb eines bestehenden Modells. Sie stellen ein neues Authentifizierungsmodell dar. Der Wechsel von „etwas wissen“ zu „kryptografisch nachweisen“ verändert grundlegend, wie wir über Sicherheit, Risiko und Nutzerverhalten nachdenken.
Sicherheitsvorteile von Passkeys
Passkeys wurden nicht primär für Komfort entwickelt, sondern für Sicherheit. Der positive Effekt auf die Nutzererfahrung ist eine Folge dieser Architektur.
Ein zentraler Vorteil ist die Phishing-Resistenz. Passkeys funktionieren nur für die exakte Domain oder App, für die sie erstellt wurden. Selbst perfekt nachgebaute Phishing-Seiten können keinen Passkey abfragen oder missbrauchen.
Weitere Sicherheitsvorteile sind:
Kryptografische Absicherung Der private Schlüssel ist mathematisch geschützt und nicht rekonstruierbar.
Keine Passwort-Wiederverwendung Jeder Passkey ist eindeutig und kann nicht mehrfach eingesetzt werden.
Schutz der Privatsphäre Passkeys enthalten keine personenbezogenen Informationen und erlauben kein Tracking über Dienste hinweg.
Reduzierte Angriffsfläche Brute-Force-Angriffe, Credential Stuffing und Passwort-Leaks verlieren ihre Wirkung.
Aus sicherheitstechnischer Sicht stellen Passkeys einen der größten Fortschritte in der Authentifizierung der letzten Jahre dar.
Vorteile und Grenzen von Passkeys
So überzeugend Passkeys sind, sie sind kein Allheilmittel. Es ist wichtig, ihre Stärken und ihre aktuellen Grenzen realistisch einzuordnen.
Zu den klaren Vorteilen zählen höhere Sicherheit, weniger Support-Aufwand und eine deutlich bessere Nutzererfahrung. Anmeldungen werden schneller, einfacher und robuster gegenüber Angriffen.
Gleichzeitig existieren noch Herausforderungen:
Die Unterstützung ist nicht überall vollständig ausgerollt.
Nutzer müssen verstehen, wo ihre Passkeys gespeichert sind.
Gerätewechsel ohne Synchronisation stellt ein reales Risiko dar.
Gerade letzter Punkt zeigt, warum ein durchdachtes Passkey-Management entscheidend ist. Ohne geeignete Werkzeuge kann der Verlust eines Geräts sonst schnell zum Zugriffsproblem werden.
Wo Passkeys heute bereits eingesetzt werden
Passkeys sind keine Zukunftsvision mehr. Große Plattformen und Ökosysteme unterstützen sie bereits produktiv.
Heute lassen sich Passkeys unter anderem nutzen bei:
Großen Webdiensten und Cloud-Plattformen
Betriebssystemen wie iOS, Android, Windows und macOS
Zahlreichen Apps im Consumer- und Business-Umfeld
Auch im Unternehmenskontext gewinnen Passkeys an Bedeutung, etwa für den Zugriff auf interne Anwendungen oder SaaS-Dienste. Die Unterstützung wächst kontinuierlich, getrieben durch Standards wie FIDO2 und WebAuthn.
Passkeys im Unternehmen: Chancen und Herausforderungen
Auch im Unternehmenskontext gewinnen Passkeys zunehmend an Bedeutung. Sie versprechen nicht nur höhere Sicherheit, sondern auch operative Entlastung. Gleichzeitig erfordert ihre Einführung klare Strukturen und eine durchdachte Übergangsstrategie.
Sicherheits- und Effizienzgewinne im Arbeitsalltag
Phishing ist einer der häufigsten Angriffsvektoren in Unternehmen. Passkeys adressieren dieses Risiko direkt. Da sie an die jeweilige Domain oder Anwendung gebunden sind und keine Eingabe erlauben, verlieren klassische Phishing-Mails ihre Wirkung.
Für Mitarbeitende bedeutet das weniger Unsicherheit im Login-Prozess. Es muss kein Passwort erkannt oder bewertet werden. Der Zugriff funktioniert nur dann, wenn die Authentifizierung technisch korrekt ist.
Gleichzeitig sinkt der Support-Aufwand deutlich. Passwort-Resets zählen zu den häufigsten IT-Anfragen. Passkeys eliminieren diesen Prozess weitgehend. Das entlastet IT-Teams, reduziert Kosten und verbessert die Nutzererfahrung im Arbeitsalltag.
Integration in bestehende IAM- und SSO-Strukturen
Passkeys ersetzen keine bestehenden Identitätsplattformen. Sie lassen sich in bestehende IAM- und SSO-Architekturen integrieren und erweitern diese um eine moderne Authentifizierungsmethode.
Gerade in Cloud- und SaaS-Umgebungen können Passkeys gezielt für besonders sensible Zugriffe eingesetzt werden, ohne etablierte Prozesse vollständig umzustellen. Standards wie FIDO2 und WebAuthn sorgen dafür, dass die Integration zunehmend herstellerübergreifend möglich ist.
Übergangsphase und zentrale Verwaltung von Passkeys
In der Praxis wird es eine Übergangsphase geben, in der Passkeys und Passwörter parallel existieren. Nicht alle Anwendungen unterstützen Passkeys gleichzeitig, und nicht alle Nutzer wechseln sofort.
Diese Phase erfordert klare Richtlinien. Welche Anwendungen dürfen weiterhin Passwörter nutzen? Wo sind Passkeys verpflichtend? Wie wird mit Geräteverlust oder Rollenwechseln umgegangen?
Der entscheidende Erfolgsfaktor ist die zentrale Verwaltung. Passkeys müssen auffindbar, sicher synchronisiert und bei Bedarf entziehbar sein. Ohne zentrale Kontrolle entstehen neue Risiken und neue Komplexität. Lösungen wie 1Password ermöglichen genau diese Steuerung, indem sie Passkeys geräteübergreifend verwalten und in bestehende Sicherheitsprozesse integrieren.
Warum Sie einen Passwortmanager benötigen, um Passkeys sicher zu synchronisieren
Eine der häufigsten Fragen lautet: Wenn Passkeys so sicher sind, warum brauchen wir dann noch einen Passwortmanager?
Die Antwort liegt in der Realität moderner Nutzung. Wir arbeiten geräteübergreifend, wechseln Plattformen und erwarten nahtlosen Zugriff. Passkeys sind an Geräte oder sichere Speicher gebunden. Ohne Synchronisation entstehen neue Brüche.
Ein Passwortmanager ermöglicht:
Sichere Speicherung von Passkeys
Synchronisation über Geräte und Betriebssysteme hinweg
Wiederherstellung bei Geräteverlust
Zentrale Verwaltung neben klassischen Zugangsdaten und Secrets
Ohne einen Passwortmanager sind Passkeys oft an einzelne Ökosysteme gebunden. Das widerspricht dem Anspruch an Flexibilität und Kontrolle, insbesondere im professionellen Umfeld.
Wie 1Password den Weg in eine passwortlose Zukunft unterstützt
1Password spielt eine zentrale Rolle dabei, Passkeys praxistauglich und sicher zu machen. Als moderner Passwortmanager geht 1Password weit über die klassische Passwortspeicherung hinaus.
1Password ermöglicht:
Zentrale Erstellung und Speicherung von Passkeys
Sichere Synchronisation über alle Geräte hinweg
Kombination von Passkeys, Passwörtern und Secrets in einer Lösung
Schutz durch starke Verschlüsselung und lokale Entschlüsselung
Gerade in Übergangsphasen, in denen Passwörter und Passkeys parallel existieren, sorgt 1Password für Ordnung und Kontrolle. Nutzer müssen sich nicht entscheiden, sondern können schrittweise umstellen.
FAQ zu Passkeys
Sind Passkeys sicherer als Passwörter mit MFA?
Ja, da Passkeys phishing-resistent sind und kein Passwort mehr benötigen, das abgefangen werden kann.